Gebündelte Paketannahme

Vom 09.01.2017

Parcelbox2go will ein zentrales Problem von Online-Bestellungen lösen: die Sendungsannahme. Fraglich ist, wie viel mögliche Kunden dafür zahlen würden.

Ein Transportrad, mit dem die Pakete gesammelt ausgeliefert werden. (Foto: Parcelbox2go)

Ein Transportrad, mit dem die Pakete gesammelt ausgeliefert werden. (Foto: Parcelbox2go)

Das Unternehmensprofil von Parcelbox2go ist der 9. Teil einer Serie, in der Bewerber des „Start me up!”-Gründerpreises der BILANZ vorgestellt werden. Eine Übersicht der Beiträge gibt es hier.

 

Gründungsdatum 01.10.2015

Gründer Björn Marc Paulus, Miriam Paulus, Oliver Maassen

Standort Nordkirchen (zwischen Dortmund und Münster)

Anzahl der Mitarbeiter 3 + studentische Mitarbeiter

Wie lautet die Geschäftsidee?

Mit Parcelbox2go, dem digitalen Paketkasten, können unsere Kunden ab sofort alle Pakete und Retouren bequem und einfach selbst steuern, empfangen und versenden und in einer Paketbox oder einem einstündigen Wunschzeitfenster am regulären Zustelltag gebündelt persönlich empfangen oder in ihrer unmittelbaren Nähe abholen. Effizient und ökologisch! 
Egal ob Deutsche Post, Hermes, DPD, UPS etc., einmal bei Parcelbox2go angemeldet, erhalten sie damit ab sofort alle Pakete dienstleisterübergreifend und gebündelt zu Ihnen nach Hause geliefert. 
Kein unangenehmer Weg zum Nachbarn, kein Umweg zu den verschiedenen Packstation oder Paketshops, sondern volle Kontrolle und null Aufwand. 
Das bietet nur Parcelbox2go.

Wie ist sie entstanden?

Als Masterstudenten für Logistik an der TU Dortmund haben wir uns neben dem Studium viel mit der letzten Meile beschäftigt und bereits vor unserer Gründung Lastenfahrräder und Verkehrskonzepte entwickelt und auch entsprechende Patente eingereicht. Bei Analysen und Marktbeobachtungen ist uns aufgefallen, wie ineffizient die verschiedenen KEP-Dienstleister, aufgrund mangelnder Kooperationsmöglichkeiten oder entsprechender Bereitschaft dazu, arbeiten und wie umkomfortabel dadurch der Service der Paketzustellung trotz diverser Insellösungen ist. Unser Ziel war dabei klar: Fehlzustellungen durch eine Interaktion mit dem Empfänger vermeiden, Pakete dienstleisterübergreifend bündeln und dadurch Verkehr reduzieren und Ressourcen schonen.

Das Team hinter Parcelbox2go (v.l.n.r.): Oliver Maassen, Björn Marc Paulus und Miriam Paulus. (Foto: Parcelbox2go)
Das Team hinter Parcelbox2go (v.l.n.r.): Oliver Maassen, Björn Marc Paulus und Miriam Paulus. (Foto: Parcelbox2go)

Warum der Name?

Zugegebenermaßen erstmal etwas sperrig: Der Unternehmensname Parcelbox beschreibt die sichere Zustellmöglichkeit der Paketannahme in der persönlichen Abwesenheit des Empfängers und wird in Deutschland bereits häufig mit dem physischen Paketkasten der Deutschen Post assoziiert. „2go“ beschreibt die digitalisierte Form dieser Zustellmöglichkeit: Der Paketkasten für die Hosentasche. Damit hat der Kunde alle Pakete immer im Blick und kann sie mit unserem Service flexibel steuern.

Was ist Ihre Vision?

Unsere Vision ist die letzte Meile „nachhaltig“ zu verändern. Und das meinen wir wörtlich. Wir verstehen uns als Partner der etablierten Paketdienstleister und möchten mit Ihnen kundenorientierte Lösungen anbieten, die…
… die Zusteller entlasten und damit die Arbeit sozialverträglich gestalten,
… den Verkehr, gerade in Ballungszentren, nachhaltig reduzieren,
… die Ressourcen durch nachhaltige Verkehrs- und Logistikkonzepte schonen,
(Und) einen alltagstauglichen und einfachen Service für den Empfänger ermöglichen, der den USP des bequemen Online-Shoppings langfristig erhält.

Woher stammt das Startkapital?

Wir haben lange überlegt, wie wir in einem etablierten Markt wie diesem, der unternehmerische Ressourcen erfordert, starten. Dazu haben wir eigenes Kapital aufgewendet und in einem Testmarkt (Münster) unseren Service in diesem Jahr erprobt. Dabei konnten wir viele Erfahrungen sammeln und unsere Lernkurve erfassen. Nun gilt es dieses Wissen mit entsprechendem Wachstumskapital dem gesamten Testmarkt zur Verfügung zu stellen, Prozesse zu automatisieren und auf weitere Städte anzuwenden.

Womit erzielen Sie Umsätze?

Mit „paket on demand“ bieten wir unseren Kunden maximalen Komfort bei flexiblen Kosten. Unser Preismodell: 0,99€/Paket +0€ bei Abholung, +2€/Zustellung in eine Paketbox ,+4€/Zustellung im Wunschzeitfenster. Je mehr Pakete unsere Kunden also zu einer Wunschzustellung bündeln, desto günstiger sind die Kosten pro Paket und umso mehr schonen Sie die Umwelt und reduzieren den Verkehr! Außerdem fertigen und vertreiben wir physische Paketboxen in unserem Online-Shop.

Die große Stärke?

Die Verknüpfung unseres Logistik-Know-Hows mit Informations- und Kommunikationstechnologien: Unser logistisches Mikro-Depot-Konzept ermöglicht eine Verschiebung des Kundenauftragsentkopplungspunktes und bietet damit das maximale Servicepotenzial bei hoher Wirtschaftlichkeit. Als Asset-Light-Ansatz honorieren wir, die von regionalen Einzelhändlern zur Verfügung gestellten Kapazitäten mit einer fairen Vergütung je Paket und betreiben damit keine eigenen Hubs. Die Zustellung übernehmen regionale Kurierdienste, Subunternehmer und eigene Fahrer mit kleinen Transportfahrzeugen und Lastenrädern. Die kurzen Transportdistanzen die durch ein dichtes Netzwerk entstehen bieten zukünftig außerdem ein hohes Potenzial durch Transportroboter und autonome Systeme bedient zu werden. Damit bieten wir von Anfang an, die idealen Bedingungen für ein nachhaltiges Geschäftsmodell. Dadurch: Skaleneffekte durch maximale flexible Kosten

Die größte Herausforderung?

Unseren Mehrwert in einem preissensiblen Markt zu verdeutlichen.

Der bisher größte Erfolg?

Schwer darzulegen. Viele andere können an dieser Stelle einfach ihre Finanzierungsrunde nennen. Als junges Unternehmen zählt für unse jeder Kunde als Erfolg. Wir sind stolz, mit unserer Idee und der operativen Umsetzung in unserem Testmarkt, bereits weit darüber hinaus wahrgenommen zu werden und Anerkennung dafür zu erfahren. Auch auf die Wertschätzung unserer Universität, die uns als bestes Start-up in diesem Jahr ausgezeichnet hat, sind wir stolz.

Das Überraschendste bisher?

Die Gründererfahrung an sich zählt zu den intensivsten Erfahrungen bisher. Die Resonanz unserer Kunden und Partner.

Der nächste Schritt?

Aus unserem Testmarkt unseren Markt zu machen. Dazu wollen wir ab 2017 im Ruhrgebiet starten.

Die Bewerbungsphase von „Start me up!” hat bereits begonnen. Details dazu erfahren Sie hier.