Nie wieder Schimmel im Badezimmer

Vom 16.02.2017

Ein typisch deutsches Start-up: Der Duschkraft Duschentfeuchter löst mit Ingenieurskunst ein alltägliches Problem – beschlagene Spiegel und Schimmelbefall im Bad.

Die Gründer wollen der Feuchtigkeit im Bad dem Kampf ansagen. (Foto: Getty Images)

Die Gründer wollen der Feuchtigkeit im Bad dem Kampf ansagen. (Foto: Getty Images)

Das Unternehmensprofil von Duschkraft Duschentfeuchter ist der 16. Teil einer Serie, in der Bewerber des „Start me up!”-Gründerpreises der BILANZ vorgestellt werden. Eine Übersicht der Beiträge gibt es hier.

 

Gründungsdatum Februar 2017

Gründer David Bredt, Stefan Goletzke, Arvid Reinwaldt

Standort Die wunderschöne Hansestadt Rostock

Anzahl der Mitarbeiter 4

Umsatz aktuell 0 Euro

Profitabel ab Wir planen eine große Expansion über Dänemark und Schweden bis in die komplette EU. Daher sieht der Plan eine Profitabilität erst im Jahr 2019 vor.

 

Die Grründer (v.l.n.r).: Stefan Goletzke, David Bredt und Arvid Reinwaldt.
Die Grründer (v.l.n.r).: Stefan Goletzke, David Bredt und Arvid Reinwaldt.

BILANZ: Wie lautet die Geschäftsidee?

Stefan Goletzke: Wir entwickeln, fertigen und verkaufen den weltweit ersten Luftentfeuchter zum Einbau in die Dusche, der mit der Kraft des kalten Wassers gekühlt wird. Mit dem Duschkraft Duschentfeuchter wird direkt während des Duschens die Luft entfeuchtet und die Nutzer stehen nie wieder vor beschlagenen Spiegeln und sind vor der Bildung von gesundheitsgefährdendem Schimmel geschützt. Durch die Nutzung des kalten Wasser kann das Gerät zusätzliche Wärmeenergie zurück gewinnen und spart dem Nutzer bei einer zehnminütigen Dusche ca. 200 Wattstunden Heizenergie. Diese Einsparung entspricht der Energie, die man benötigt um beispielsweise ein Smartphone 30 Mal komplett aufzuladen.

Wie ist sie entstanden?

Die Idee zum Duschkraft Duschentfeuchter entstand, wo die meisten guten Ideen entstehen: unter der Dusche. David wohnte während seines Studiums in einer WG mit zwei Studentinnen, die gerne lange und heiß duschten. In dem kleinen Bad war der Spiegel so quasi dauerhaft beschlagen und es bildete sich nach einer Weile starker Schimmel. Die intensive Lüftung mit dem kleinem Badezimmerfenster reichte nicht aus um die Feuchtigkeit abzutransportieren. Dann sah David eines Tages beim Duschen, dass die kalte Seite der Mischbatterie beim Duschen immer beschlägt und kam als Ingenieur auf die Idee, die Oberfläche der Kaltwasserleitung zu vergrößern, um diesen Effekt noch zu verstärken. Nach einigen theoretischen Kalkulationen haben wir dann den ersten Prototyp gebaut und konnten das Prinzip in der Praxis bestätigen.

Warum der Name?

Der Name Duschkraft verbindet die Dusche und die Kraft des kalten Wassers. Die Wortschöpfung Duschentfeuchter soll zusätzlich zum Namen noch Zweck und Funktion verdeutlichen.

Was ist Ihre Vision?

Im ersten Schritt haben wir die Schimmelprobleme in unseren Privatwohnungen gelöst und wollen unsere innovative Lösung nun für alle Menschen mit den gleichen Problemen zur Verfügung stellen. Wir sagen gesundheitsgefährdendem Schimmel im Badezimmer den Kampf an und wollen zur Standard Luftentfeuchtung für jede Duschkabine der Welt werden. Die Vorstellung, dass mit unserem Produkt wertvolle Wärmeenergie nicht einfach nach draußen gelüftet wird, sondern stattdessen direkt beim Duschen genutzt werden kann und wir so einen wertvollen Beitrag zum globalen Klimaschutz leisten können, treibt uns täglich an.

Woher stammt das Startkapital?

Seit Mai 2015 bekommen wir für zwölf Monate ein Exist-Gründerstipendium vom Bundeswirtschaftsministerium. Mit dieser Finanzierung konnten wir das Produkt von einem einfachen Funktionsmuster zu hochwertigen und hocheffizienten Prototypen weiterentwickeln und die Idee zum Patent anmelden. Nun haben wir für die Gründung unserer GmbH unsere privaten Ersparnisse in die Firma gesteckt und suchen nach einem Investor, um den Produktions- und Marktstart zu realisieren.

Die Aufputzvariante des Duschkraft Duschentfeuchters. (Foto: Duschkraft Duschentfeuchter)
Die Aufputzvariante des Duschkraft Duschentfeuchters. (Foto: Duschkraft Duschentfeuchter)

Womit erzielen Sie Umsätze?

Aktuell verkaufen wir die ersten 25 Geräte zum Materialpreis an Pilotkunden und wollen mit deren Feedback das Produkt bis Oktober zur Serienreife weiterentwickeln. Dann werden wir Umsätze über den Verkauf unserer Geräte realisieren.

Die große Stärke?

Unser kreatives, hochmotiviertes, interdisziplinäres Team bestehend aus zwei Maschinenbauingenieuren, einem Betriebswirt und einem Produktdesigner/Chemiker. Als erstes Ergebnis dieses Team natürlich unsere innovative Technologie, die es in dieser Form nicht am Markt gibt.

Die größte Herausforderung?

Die Etablierung unserer neuen Technologie im Markt. Bisher besitzt außer uns niemand einen Duschkraft Duschentfeuchter und die konkrete Vorstellung, dass es das Produkt geben könnte. Hinzu kommt der schwierige Marktzugang über unterschiedlichste Akteure, bei denen wir noch nicht genau wissen, wer am Ende für uns der perfekte Partner sein wird: Installateure, Architekten, Wohnungsbaugesellschaften, Bauherren, Planer, Hotelbesitzer, Privatkunden? Wir müssen den Marktstart wagen und dann möglichst schnell erkennen wer die Entscheider für die Installation unseres Produktes sind.

Der bisher größte Erfolg?

Im Oktober 2016 waren wir erstmals mit unserem Produkt auf der Rostocker Baumesse in der Öffentlichkeit. Das Feedback, das wir von den Messebesuchern erhalten haben, war beeindruckend und hoch motivierend. Wir haben mit ca. 200 Messebesuchern intensiv sprechen können und haben fast ausschließlich positives Feedback bekommen. Es haben sich direkt 125 Besucher als interessierte Kunden registrieren lassen und wollen das Gerät nun schnellstmöglich in Ihren Duschen installieren. Dieses Kundenfeedback bestärkt uns jeden Tag.

Das Überraschendste bisher?

Die Offenheit und Unterstützung, die wir von allen Seiten erfahren, überrascht uns sehr. Egal mit wem wir sprechen, fast jeder findet die Idee gut und unterstützt uns mit seinen Kompetenzen und Netzwerken. Dieser Austausch hat die Produkt- und Firmenentwicklung bis hierher zu jeder Zeit beschleunigt und qualitativ verbessert.

Überraschend war auch, dass die Produktentwicklung bei Weitem nicht so einfach und linear verläuft, wie wir es zum Anfang geplant haben. Es gibt immer wieder die Momente, wo wir denken: Jetzt haben wir die optimale Lösung. Zwei Wochen später steht alles wieder auf dem Kopf und wir haben eine ganz andere Lösung gefunden.

Der nächste Schritt?

Wie zu jeder Zeit unseres jungen Unternehmens haben wir viele verschiedene Meilensteine, die wir in den kommenden Wochen/Monaten erreichen wollen. Entscheidend wird im April die Auslieferung an 25 Pilotkunden werden und die Suche nach einem Investor, mit dessen Unterstützung wir die Produktion und den Markteintritt finanzieren wollen.

 

Die Bewerbungsphase von „Start me up!” hat bereits begonnen. Details dazu erfahren Sie hier.