Apple – quo vadis?

Vom 10.01.2017

Vor zehn Jahren revolutionierte Apple mit dem iPhone den Mobilfunkmarkt und gilt seitdem als Innovationstreiber. Allerdings blieb das Unternehmen die letzten Jahre hinter der hohen Erwartungshaltung zurück.

Die Zukunft des US-Unternehmens hängt von seiner Innovationskraft ab. (Foto: Getty Images)

Die Zukunft des US-Unternehmens hängt von seiner Innovationskraft ab. (Foto: Getty Images)

Vor zehn Jahren revolutionierte Apple unter der Federführung von Steve Jobs mit der Einführung des iPhones den Mobilfunkmarkt und gilt spätestens seit dieser Zeit als Pionier und Innovationstreiber. Allerdings blieb das Unternehmen die letzten Jahre ein wenig hinter der hohen Erwartungshaltung zurück.

Im letzten Geschäftsjahr verzeichnete man zudem seit langer Zeit wieder rückläufige Umsätze. Neigt sich die Erfolgsgeschichte langsam ihrem Ende entgegen?

Frühe Investoren konnten mit Unternehmensanteilen ein Vermögen verdienen. Seit 2007 stieg der Kurs der Aktie in US-Dollar um 815 Prozent. In den letzten beiden Jahren konnte die Aktie jedoch keine neuen Höchststände verzeichnen.

Immerhin: Apple wirft eine stabile Dividende für Anleger ab und nimmt derzeit Anlauf auf die Hochs aus dem Jahr 2015. Morgan Stanley rief vor kurzem gar ein Kursziel von 148 US-Dollar für die Aktie auf. Es gibt jedoch Gründe vorsichtig zu sein.

Rückläufiger Umsatz und ein schwieriges Umfeld

Konnten Umsatz und Gewinn bisher von Jahr zu Jahr gesteigert werden, blieb beides im Geschäftsjahr 2016 hinter den Erwartungen zurück. Der Umsatz fiel im Vergleich zu 2015 um knapp acht Prozent, der Gewinn fiel im Vergleich zu 2015 um 14,5 Prozent.

Schwerwiegender als der Rückgang bei Umsatz und Gewinn könnte sich mittelfristig die hohe Erwartungshaltung an das Unternehmen auswirken. Apple gilt auch nach zehn Jahren immer noch als Innovationstreiber und Pionier in der Technikbranche. Jedoch blieb der große Wurf in den letzten Jahren aus.

Die Produkte werden zwar weiterhin in regelmäßigen Abständen mit neuen Funktionen und leicht verändertem Design auf den Markt gebracht – die Erwartungen an den nächsten großen Wurf konnte man bislang nicht erfüllen.

Durch die Konkurrenz aus Asien hat der Nimbus des Unternehmens gelitten. Neben dem Platzhirsch Samsung, dessen Marktanteil bei Smartphones rund 20 Prozent beträgt, steht mit dem chinesischen Hersteller Xiaomi bereits ein weiterer Konkurrent in den Startlöchern, der mit seinem neusten Modell „Mi Mix“ zum Angriff auf Apple und Samsung bläst.

Zudem kündigte der frühere Weltmarktführer Nokia nach einer strategischen Neuausrichtung sein Comeback an. Im Netz kursieren erste Details zum geplanten Modell „Nokia E1”.

Ein weiteres Problem für Apple ist die hohe Abhängigkeit vom iPhone. Je nach genauer Definition eines Produkts, war das iPhone das erfolgreichste Produkt der Geschichte. Dementsprechend hoch ist die Abhängigkeit im Vergleich zur Konkurrenz.

Samsung kann auf ein breites Sortiment zurückgreifen und ist somit in der Lage, Risiken zu streuen. Dagegen ist das iPhone für weit über die Hälfte des Umsatzes bei Apple verantwortlich. Eine ähnliche Produktionspanne wie beim Samsung Galaxy S7 dürfte für Apple daher schwerwiegende Folgen haben.

Interessierte Anleger schauen sich bei Apple auch Produkte mit Seitwärtsrendite an, bei denen es genügt, wenn der Kurs „nur“ stabil bleibt wie die DE000TD7JKY8. Langfristig sind Memory-Express Zertifikate interessant. Hier eignet sich zum Beispiel die DE000SG83R78.

Aktienkurs: Quo Vadis, Apple?

Obwohl Samsung mit dem Rückruf des Galaxy Note 7 der Apple-Aktie den Weg nach oben freigemacht hat, konnte die Aktie Mitte Oktober des letzten Jahres nur kurz davon profitieren.

Nach einem erneuten Einbruch stabilisierte sich die Aktie ab Mitte Dezember wieder auf vergleichsweise hohem Niveau. Dies ist auch der Börsenrally nach der Wahl Donald Trumps zuzuschreiben, nach der viele Aktien in den USA neue Rekorde verzeichneten.

Viel wird davon abhängen, ob das iPhone 7 die entstandene Lücke des Galaxy S7 einnehmen und Apple neue Markanteile gewinnen kann. Langfristig wird sich das Unternehmen allerdings auch an der Erwartungshaltung messen lassen müssen, die Steve Jobs vor zehn Jahren mit der Vorstellung des ersten iPhones begründet hat.

Möglicherweise ist Apple im Jahr 2017 „nur noch” eines der wertvollsten Marken der Welt und nicht mehr der bestimmende Innovationsführer. Dennoch kann die Aktie auch in der Zukunft aufgrund der enormen Beliebtheit der Produkte und der exzellenten Margen eine Freude für jeden Aktionär sein.