Deutsche Verbraucher unterstützen die Wirtschaft

Vom 22.12.2016

Deutschland hat einen soliden Wirtschaftsaufschwung. Die Europäische Zentralbank zeigt sich indes von der US Zinserhöhung unbeeindruckt.

Wenn es bei der Bank keine Zinsen gibt, wird das Geld eben in Weihnachtseinkäufe investiert. (Foto: Getty Images)

Wenn es bei der Bank keine Zinsen gibt, wird das Geld eben in Weihnachtseinkäufe investiert. (Foto: Getty Images)

 

Deutschland hat weiterhin eine solide Wirtschaft und einen permanenten Wirtschaftsaufschwung. Die Verbraucher haben nach wie vor ein offenes Portemonnaie und geben teilweise verschwenderisch das Geld aus, zumal sie auf dem Konto keine Zinsen bekommen, scheint man geneigt zu sein, warum denn nicht jetzt, wann dann!

Diese gewaltige Nachfrage der Haushalte ist ein bedeutender positiver Wirtschaftsfaktor, auch wenn sich in den letzten Wochen die Inflationsbremse durch die erhöhten Benzinpreise etwas gelockert hat. Viele Menschen haben das schon in ihren Weihnachsteinkäufen eingepreist.

Das Referendum in Italien über die Verfassungsreform vom 4. Dezember hat keinen politischen Erdrutsch herbeigeführt. Für die Brüsseler Administration war das keine Überraschung zumal viele Vorhersagen darauf hindeutet haben. Andere Länder könnten mit solch einem Vorgehen nicht umgehen, aber Italien kann solche Szenarien meisterlich fast unbeschadet umsetzen.

Es wird erwartet, dass im kommenden Jahr Neuwahlen anstehen, nachdem der Premierminister seinen Hut genommen und ein Interimspräsident die Zügel in die Hand genommen hat.

Das Jahr 2017 birgt für drei Staaten in Europa nicht zu vernachlässigende Unwägbarkeiten. Die Niederlande wählt im März, Frankreich im Mai und Deutschland im September ein neues Parlament.

US-Notenbank hat wenig Vertrauen in die neue Regierung

Am 14. Dezember hat die amerikanische Notenbank (FED) die Leitzinsen nur marginal um 0,25 Prozent erhöht. Dieser geringe Aufschlag zeigt, wie wenig Vertrauen die Fed in die neue Regierung hat. Sie ist sich unsicher, ob der neue Präsident die Wirtschaft ankurbeln kann.

Dabei haben die Prognosen gute Vorzeichen, da der neue Präsident die Hoffnung auf fiskalische Impulse geschürt hat. Die Konjunktur scheint wieder aus den Startlöchern zu kommen, da auch die Rahmenbedingungen durch die FED Entscheidung, die auflebende Konjunktur nicht abwürgen wird.

Falls sich das Wirtschaftswachstum in der größten Volkswirtschaft der Welt weiter fortsetzt, wird sich auch der Arbeitsmarkt zunehmend erholen, was einen Druck auf die Löhne mit sich bringen wird. Lohnerhöhungen könnten dann zu Anfang nächsten Jahres in einigen Branchen anstehen.

Das günstige Arbeitsklima wird auch beitragen, dass der Konsum weiterhin stabil bleibt. Für die Amerikaner ist der Konsum der Bevölkerung ein eminent wichtiger Wachstumsgarant. Durch den großen Binnenmarkt mit einer Bevölkerung von über 320 Millionen ist die ansteigende Dollarstärke noch kein Hindernis.

Sollten jedoch, im Laufe des Jahres, die Währung sich mehr und mehr vom Euro entfernen, könnte dies eine Schwächung der US-Wirtschaft mit sich bringen.

EZB ist unbeeindruckt trotz Zinserhöhung in USA

Die Europäische Zentralbank (EZB) zeigt sich indessen unbeeindruckt von dem Vorgehen der amerikanischen Notenbank. Solange die Inflation auf dem niedrigen Niveau verbleibt, wird sie keine Leitzinserhöhung durchführen. Die konjunkturellen Unsicherheiten sind noch in Europa zu groß und unterschiedlich, als dass man einen Zinsaufschlag vollziehen könnte.

Das üppige Weihnachtsgeschenk das Griechenland seiner Bevölkerung zukommen hat lassen in Form einer dreizehnten Rentenzahlung ist vielen Europäern sauer aufgestoßen. Zumal die Hellenen diesen Betrag in keiner Weise vorher durch Steuern eingenommen, sondern aus dem Hilfsfonds bezahlt haben.

Bemerkenswerterweise waren das Geschrei und die Schimpferei in der deutschen Bevölkerung sehr gering, obwohl die Bundesrepublik einer der größten Zahler in den Brüsseler Fonds ist.