Deutschland schwimmt in Steuereinnahmen

Vom 26.08.2016

Während andere Länder in der EU sich um die fiskalischen Einkommen Sorgen machen, kann die Regierung hierzulande einen beachtlichen Überschuss verwalten.

Die Länder und Kommunen haben zu dem Überschuss von fast 20 Milliarden Euro in den ersten sechs Monaten des Jahres beigetragen. (Foto: Getty Images)

Die Länder und Kommunen haben zu dem Überschuss von fast 20 Milliarden Euro in den ersten sechs Monaten des Jahres beigetragen. (Foto: Getty Images)

 

Die zurückliegende widerstandsfähige Konjunktur und die robuste Lage am Arbeitsmarkt haben dem Berliner Finanzministerium ein sattes Rekordergebnis an Steuergeldern eingebracht.

Aber nicht nur der Bund sondern auch die Länder und die Kommunen haben zum Glanzstück von einem Überschuss von fast 20 Milliarden Euro in den ersten sechs Monaten dieses Jahres beigetragen. Dieses Traumergebnis ist einesteils von den Mitarbeitern in den Firmen geschaffen worden, aber auch von den Arbeitgebern, die mit Fleiß und Unternehmergeist die Firmen erfolgreich führen und den Mitarbeiten dadurch sichere Arbeitsplätze erhalten.

Das Sahnehäubchen für den großen Erfolg setzte die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Dadurch konnte das Staatssäckel geschont werden, da weniger Zinsen an die Gläubiger zu zahlen waren. Die Zinsaufwendungen sanken in den ersten sechs Monaten in diesem Jahr um über 13 Prozent.

Überschüsse machen erfahrungsgemäß Begehrlichkeiten, so wollen die Steuerzahler Entlastungen, wie die Erhöhung des Grundfreibetrags, sowie eine Veränderung der Besteuerung. Das Geld gehört bekanntlich den Steuerzahlern, daher sollte es auch bei diesem Überschuss wieder in ihre Taschen zurückfließen.

Wirtschaftslokomotive Deutschland in voller Fahrt

Der Staat muss darüber hinaus an die Zukunft denken und über die notwendigen Investitionen sich besinnen, wie die Aus- und Weiterbildung. Als hochtechnologischer Standort benötigt Deutschland gut ausgebildete Arbeitskräfte, die in ihrer Fachausbildung finanziell unterstützt werden müssen.

Obwohl die Aussichten für das zweite Halbjahr etwas gedämpfter sind, ist die deutsche Wirtschaftslokomotive weiter auf voller Fahrt und bleibt somit das Zugpferd innerhalb der EU. Die Unternehmen haben die Auftragsbücher prall gefüllt und suchen daher händeringend nach qualifizierten Facharbeitern, da die Konjunktur sich noch als robust erweist.

Die Premiumhersteller in der Automobilindustrie haben trotz der Ausfuhrausfälle nach Russland und China keine Einbußen zu verzeichnen. Die Automobilfirmen, die Paradedisziplin Deutschlands, haben in den ersten sechs Monaten teilweise mit zweitstelligen Wachstumszahlen geglänzt und haben dadurch fast keine Lackkratzer abbekommen.

Politik muss Erwartungen anpassen

Sie sind am Arbeitsmarkt weiter auf der Suche nach Fachkräften und Spezialisten. Sie können ihre Produkte wegen des relativ günstigen Eurokurses zukünftig zu günstigen Verkaufspreisen in der globalen Welt anbieten.

Auch die Güterausrüstungsindustrie und die verarbeitende Industrie der Elektrobetriebe können die Stellen nicht in gewohnter Weise besetzen. Das Baugewerbe hat ebenfalls erhebliche Nachwuchssorgen, da die Anschaffung von Immobilien, sowie die Sanierung des Eigenheims in der Bevölkerung weiter einen großen Anklang, auch wegen der niedrigen Hypotheken-Zinsen, findet.

Die Berliner Politik ging davon aus, dass die Migranten dieses Vakuum intelligenter Arbeit ausfüllen können. Die Bundesregierung hat jedoch inzwischen erkannt, dass diese Menschen in den letzten Jahren oft ohne Arbeit in ihren Ländern waren und der täglichen Belastung sowie Ausdauer entwöhnt sind.

Darüber hinaus hat ein Großteil keinen beruflichen noch wissenschaftlichen Hintergrund. Viele von ihnen sind des Schreibens und Lesens nicht mächtig. Die Regierung muss darauf achten, dass diese bequeme Lebensweise der Menschen nicht in einem Desaster des Müßiggangs endet.