Donald Trump – Crashgefahr für deutsche Sparer

Vom 21.01.2017

Unter Vermögensverwaltern in den USA und Europa gibt es eine neue Risikokategorie bei ihren Jahresausblicken 2017 – Populismus und deren Vertreter.

Bereits bei Trumps Wahlsieg reagierten die weltweiten Finanzmärkte. (Foto: Getty Images)

Bereits bei Trumps Wahlsieg reagierten die weltweiten Finanzmärkte. (Foto: Getty Images)

Marine Le Pen, Frauke Petry oder auch Donald Trump – sie alle stehen für eine noch ungerechtere Verteilung der Vermögen, gleichzeitig liefern sie mitunter absurde Versprechungen für die Benachteiligten. Auch den Finanzmärkten versprechen sie das Blaue vom Himmel, doch könnte Populismus in Rezession und einen Crash an den Märkten münden – flankiert von Nullzinsen. Damit wären Vermögensverluste auf allen Ebenen im Bereich des Möglichen – Crashgefahr für Aktien- und Zinssparer.

Momentan ist die Lage daher fast absurd sorgenfrei. Der Dow Jones notiert inmitten der Unsicherheit dessen, was Trump liefern wird, bei 20.000 Punkten. Begründung – die Infrastruktur wird angeschoben, Banken dereguliert und Trumponomics wird etliche Jobs schaffen.

Das alles soll passieren in einem Umfeld, in dem die US-Wirtschaft in den letzten acht Obama-Jahren dank frischem Geld deutlich gewachsen ist, Jobs merklich zugelegt haben bis nah zur Vollbeschäftigung bei Qualitätsjobs. Die US-Wirtschaft ist in einer späten Phase ihres Erholungszyklus und da will Trump draufsatteln?

Präsident ist nicht allein

Dazu ist der Präsident in den USA nicht allmächtig, kontrollieren sich Kongress, oberstes Gericht und das Weiße Haus gegenseitig. Dazu werden Teile des Kongress 2018 neu gewählt – niemand will seine Stimme mit Zustimmungen zu abwegigen Trump-Plänen verspielen.

Ein weiteres Argument ist stets die steigende Inflation in den USA. Sie kommt jedoch in großen Teilen vom Ölpreis. Eine gute Inflation ist dies nicht, im Gegenteil, steigende Ölpreise helfen der Ölindustrie und deren Gewinnen, sie bremsen aber die Konsumfreude der Amerikaner – gleiches könnte für Europa mittelfristig gelten.

Schauen wir auf den Bankensektor, stets wichtig in den USA. Bis zum Wahltag in den USA galt Hillary Clinton als Liebling der Wall Street, Donald Trump als der Dämon schlechthin. Schon wenige Stunden nach der Entscheidung starteten die Investoren jedoch eine Party.

Der Bankensektor profitierte massiv von steigenden Zinsen in den USA und zugleich von Deregulierungshoffnungen mit Donald Trump. Goldman Sachs hat gleich gefühlt das halbe Kabinett besetzt und ist einmal mehr bestens vertreten in der Administration.

Als kleinen Goodie legte die Goldman-Aktie seit der Wahlnacht von 175 auf 245 Dollar zu – das entspricht 40 Prozent oder 30 Milliarden Zuwachs an Marktkapitalisierung. Goldman ist jetzt 100 Milliarden Dollar wert und darin ist verdammt viel heiße Trump-Luft enthalten. Vor allem, wenn die Zinsen für zehnjährige US-Bonds wieder sinken, könnten auch Wells Fargo, JP Morgen oder Morgan Stanley einen Teil ihrer Hoffnungsgewinne wieder abgeben.

Infrastruktur ist komplex und dauert

Das zweite Zauberwort der letzten Wochen lautete Infrastruktur. Alle möglichen Fonds oder ETFs fanden regen Zulauf, man hat mitunter das Gefühl, Donald Trump würde täglich eine neue Straße oder einen neuen Flughafen per Hand ausheben. Infrastruktur folgt aber anderen Regeln als eine Abwrackprämie bei Autos.

Öffentliche Aufträge bedürfen Ausschreibungen, Prüfungen und Planungen und die Effekte werden in Jahren, nicht aber in Monaten spürbar sein. Dazu dürfte jetzt jeder in Aktien wie beispielsweise Caterpillar investiert sein, allein deren Kurs hat seit Anfang November ein Plus von 25 Prozent hingelegt.

Dazu muss man sich verdeutlichen, was es bedeuten würde, wenn Donald Trump mit Protektionismus und einigen Show-Effekten die USA mittelfristig Richtung Rezession führen würde, wie Vermögensverwalter Flossbach es für möglich hält. Dies hätte massive Verwerfungen beim US-Dollar, bei zehnjährigen US-Zinsen, beim wichtigen Währungspaar Dollar-Yen sowie für die Strategie der US-Notenbank zur Folge.

Janet Yellen will eigentlich die Zinsen in Schritten immer weiter erhöhen, doch wo ein Wille ist, war in den letzten Jahren nicht immer ein Weg.

Versicherung gegen Trump ist sehr günstig

Diese Unsicherheiten ignorieren die Märkte in großen Teilen, schaut man sich einmal die Volatilitätsbarometer VIX in den USA und VDAX-New in Deutschland an. Der VIX notiert mit 12 Zählern nah am Fünfjahrestief – in der China-Krise Anfang 2016 lag er bei 30. Der VDAX-New bringt 14 Zähler hin – der tiefste Stand seit 2014. Ein großer Vorteil ist dies für all jene, die Trumponomics nicht trauen und sich zum Amtsantritt kostengünstig versichern wollen.

Je geringer die Volatilität ist, desto günstiger sind Absicherungen mit Optionsscheinen. Die WKN GL5QQ8 bezieht sich auf den S&P 500, Basispreis 2.200 Zähler, Laufzeit Dezember 2017. Wer die heimischen Titel aus dem DAX gegen Effekte aus den USA versichern will, schaut sich den Put DG9DFA mit Basispreis 11.500 an.

Auf den großen Dow Jones, der an der 20.000er-Marke knabbert, gibt es mit eben jenem Basispreis die WKN HU8H7V zur Auswahl. Günstiger, aber auch weitaus offensiver sind Put-Optionsscheine auf den DAX wie die DX8RSQ mit Basispreis bei 10.000 Zählern. Je weiter die Papiere vom aktuellen Kurs entfernt notieren, desto eher sind sie eine Absicherung gegen einen beispielsweise von George Soros prophezeiten Crash.

Der altbekannte Großinvestor ist bekannt geworden durch seine Wette gegen das britische Pfund, drückt es beim Weltwirtschaftsforum in Davos so aus: „Noch feiern die Börsianer Donald Trump, aber irgendwann wird die Realität die Oberhand gewinnen.“

Und wo bleibt bei allem der deutsche Sparer?

Ganz einfach! Wenn die Trump-Wette schief geht, wird Janet Yellen in den USA die Zinsen kaum stark erhöhen können, könnten auch die zehnjährigen US-Zinsen wieder merklich fallen. Dies würde sicherlich auch den Zinsmarkt in Europa treffen und die Bundesanleihe und damit der Zins für den deutschen Sparer bliebe noch länger wo er ist – an der Nulllinie.

Einen Ausweg aus der niedrigen Verzinsung könnte die Festzinsanleihe Plus der IKB sein (WKN: A2BN96). Bei dieser 3,5 jährigen Anleihe erhalten Anleger jedes Jahr einen fixen Zinskupon von 1,2 Prozent unabhängig von der Zinsentwicklung plus eine Bonus-Zinszahlung für das letzte Jahr der Laufzeit in Höhe von ebenfalls 1,2 Prozent, sollte der 12-Monats-Euribor dann über 1,2 Prozent notieren.

Auch wenn die Zinsen mittelfristig nicht steigen sollten, sind aus heutiger Sicht 1,2 Prozent jährlich eine ansprechende Verzinsung.