Donald Trump und die Folgen für die Wirtschaft

Vom 14.12.2016

Die deutsche Industrie sorgt sich um die Wirtschaftsstrategie des neuen US-Präsidenten. Ein Investitionsprogramm soll die negativen Erwartungen dämpfen.

Was kosten Trumps Wahlversprechen die deutsche Wirtschaft? (Foto: Getty Images)

Was kosten Trumps Wahlversprechen die deutsche Wirtschaft? (Foto: Getty Images)

Nach der Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten von Amerika bekunden Diplomaten mit Engelszungen, dass die transatlantische Freundschaft keinen Schaden nehmen wird. Denn in der Vergangenheit war das immer ein Eckpfeiler der deutschen Exportwirtschaft. Im vergangenen Jahr konnten aus Deutschland mehr als 200 Milliarden Euro in die größte Volkswirtschaft der Welt ausgeführt werden.

Besonders die Automobilindustrie, eine lang anhaltende Profiteurin des Exports, hat große Sorgen mit den Mitteilungen aus dem Trump Tower. Der designierte Präsident hat angekündigt, dass zunächst Amerika kommt und dann der Rest der Welt. Die geplanten Vorhaben betragen über vier Billionen US-Dollar für Steuersenkungen sowie Kosten für die Abschottung des US-Marktes von der globalen Welt. Bereits jetzt schon warnen deutsche Manager vor einem Alleingang und vor einer Isolierung von Europa. Aber alles ficht den neuen Präsidenten nicht an, denn die Warnungen hören sich für ihn an wie das Pfeifen im Wald.

IT-Industrie schafft wenige Arbeitsplätze

Dem zukünftigen Präsidenten war es schon im Wahlkampf ein Dorn im Auge, dass in Amerika zu wenig produziert wird. Die eigene Stahl- und Automobilindustrie dümpelt seit Jahren dahin. Im Norden der USA will die zukünftige Regierung ein Investitionsprogramm starten. Zu lange hat Amerika auf die Errungenschaften der modernen IT-Industrie geschaut und war daher verblendet. In Detroit gingen derweil die Lichter aus, Mitarbeiter wurden massenweise entlassen und in die Armut geschickt.

Die Software- und IT- Industrie schafft eben nicht so viele Stellen wie Güterausrüstungsindustrie, da diese Arbeitsplätze fast ausschließlich aus High School-Absolventen besetzt werden. Menschen jedoch mit einer niedrigeren Ausbildung bleiben daher auf der Strecke und sind ohne Arbeit. Dies soll jetzt mit einem gigantischen Konjunkturprogramm geändert werden. Dieser Schuss des Protektionismus kann jedoch auch nach hinten losgehen. Denn die Produkte müssen wettbewerbsfähig sein und könnten, falls es einen Wachstumsanstieg gibt, eine Inflationsgefahr darstellen. Am Ende könnte diese Strategie mehr Jobs kosten und die US-Wirtschaft in eine nicht gewollte Rezession führen.

Neue US-Regierung fällt Urteil über die Pkw-Manipulationen

Die Nagelprobe wird schon im kommenden Jahr anstehen, wenn die neue Regierung auch über die Abgas-Manipulationen deutscher Automobilhersteller sein Urteil fällt. Mit einem Freispruch ist nach den verheerenden Vorgängen nicht zu rechnen und könnte den Automobilkonzernen in unvorhergesehener Weise in Schwierigkeiten, bis an den Rand des Ruins bringen.

Den Unternehmen ist deshalb zu raten, die Verantwortlichen für diese Misere endlich auf die Anklagebank zu bringen, damit sie für ihre gesetzwidrigen Handlungsweisen bestraft und für den angerichteten Schaden in Regress genommen werden. Mit solch einem Urteil würde man den USA zeigen, wie erst man die Fälschungen in den Werkshallen nimmt. Manche Präsidenten regieren nach der Devise „Bestrafe einen und erziehe damit hundert“.

US-Wachstum steigt 2017 auf 2,5 Prozent

Trotz aller Risiken, welche der größten Volkswirtschaft der Welt prognostiziert werden, sehen viele Unternehmer in Deutschland und der Schweiz, in der einige Firmen der Zuliefererindustrie sitzen, die Chance, weiterhin gute Abschlüsse zu tätigen. Es wird in 2017 mit einem Wachstum für die US-Wirtschaft von 2,5 Prozent gerechnet. Falls der US-Dollar sich weiter nach oben gegenüber dem Euro und Schweizer Franken entwickelt, steigt die Zuversicht und wird die jahrelangen guten Beziehungen nicht trüben.