Goldpreis vor der Wende

Vom 28.11.2016

Seit der US-Wahl sind die US-Aktienmärkte im Aufwind und klettern von einem Rekord zum nächsten. Der Trump-Effekt könnte allerdings bald verpuffen.

Ob die Goldkurse bald den Durchbruch schaffen? (Foto: Getty Images)

Ob die Goldkurse bald den Durchbruch schaffen? (Foto: Getty Images)

Auf den tiefsten Stand seit Februar ist der Goldpreis eingebrochen: der größte Belastungsfaktor sind weiterhin steigende Zinsen und der vor Kraft nur so strotzende US-Dollar. Investoren gehen davon aus, dass der designierte US-Präsident Donald Trump ein großes Konjunkturprogramm auflegen wird, wodurch die Wirtschaft kräftig angekurbelt, aber auch die Inflation stark angeheizt wird.

Entsprechend flüchten Investoren aus US-Anleihen, wodurch die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen nach oben geschossen sind. Steigende Zinsen sind negativ für Gold, da das Edelmetall keine Zinserträge abwirft. Außerdem treibt das den Dollar nach oben, denn es kommt zu verstärkten Kapitalzuflüssen in die USA, weil dort die Zinsen viel höher sind als in der Euro-Zone oder Japan.

Sollte der Dollar weiter zulegen, hätte Gold weiterhin kräftigen Gegenwind. Allerdings ist der Dollar gegenüber vielen Währungen stark, daher könnte es kurzfristig eine Korrektur beim Greenback geben und eine Erholung beim Gold- und Silberpreis.

Silber bricht deutlich stärker als Gold ein

Der Silberpreis ist seit dem Wahlsieg Trumps noch stärker gefallen, obwohl das Edelmetall auch stark industriell genutzt wird und eigentlich von der Aussicht auf eine deutliche Belebung der US-Wirtschaft profitieren müsste. Das war auch der Grund, warum sich Palladium zuletzt so gut entwickelt hat. Es ersetzt immer mehr das teure Platin bei der Herstellung von Automobilkatalysatoren.

Beim Silber stammen 50 Prozent der weltweiten Nachfrage aus Industrieanwendungen, beim Gold sind es dagegen nur zehn Prozent. Dennoch verkaufen Investoren Silber, „den kleinen Bruder“  von Gold, womit sich die alte Regel bestätigt: Wenn es bei Gold kräftig aufwärts geht, steigt der Silberpreis noch deutlich stärker. Leider gilt diese Regel auch im umgekehrten Fall.

Daher muss es für eine Trendwende bei Silber erst einmal zu einer solchen bei Gold kommen. Nach den heftigen Abschlägen bei den Edelmetallen deutet sich im aktuellen Umfeld allerdings eine Kursberuhigung an. Insbesondere, wenn die US-Notenbank eine Zinserhöhung im Dezember beschließen sollte, aber signalisiert, dass es im neuen Jahr einer Zinspause kommen könnte.

Schließlich wäre ein weiterer Zinsanstieg auch für die hochverschuldete USA nicht hilfreich und könnte gleichzeitig die angekündigte Ausgabenpolitik Trumps gefährden. Das hilft wiederum dem Goldpreis.

Investmentideen

Anleger, die daher nach dem starken Kurseinbruch bei den Edelmetallen in Gold investieren wollen, können mit Seitwärtsprodukten von der Konsolidierung profitieren. Dazu zählen Discountzertifikate wie etwa das Papier mit der WKN VS6XN7 oder das währungsgesicherte Zertifikat mit der WKN SE3K61.

Beide Zertifikate sind noch defensiver als ein Goldkauf, da Anleger hier mit einem Rabatt in die Feinunze investieren. Dafür nehmen sie den Nachteil in Kauf, dass die Gewinnchancen begrenzt sind, so wie das auch bei Discount-Calls der Fall ist. Sie spielen ihre Stärken ebenfalls in einem Seitwärtstrend aus.

Allerdings steckt in den Discount-Calls noch ein Hebeleffekt. Das Papier mit der WKN PB38RC hat einen moderaten Hebel von rund zehn und eine maximale Renditechance von derzeit 15,9 Prozent im Jahr.