Krawalle und Aufruhr gegen die Wahl von Donald Trump

Vom 14.11.2016

Die Washingtoner Politik-Elite ist für viele Wähler zu arrogant und abgehoben. Wohlstand und Reichtum in den USA sind seit Jahrzehnten auf Pump finanziert.

Auch in Berlin protestierten am Menschen gegen den gewählten Präsidentin Trump. (Foto: Picture Alliance)

Auch in Berlin protestierten am Menschen gegen den gewählten Präsidentin Trump. (Foto: Picture Alliance)

 

Der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist überzeugend von der Bevölkerung gewählt worden und das ganze Land ist in Aufruhr. Donald Trump der am 20. Januar 2017 in Washington vereidigt wird, hat mit einem solchen Krawall nicht gerechnet. Die Wut auf den neuen Präsidenten ist nicht zu übersehen.

Auch wenn er in einigen Wahlnächten mit seinen Argumenten teilweise ausgerastete, ist er danach mit seinen Äußerungen doch recht versöhnlich und staatsmännisch geblieben. Für einen erfolgsverwöhnten Unternehmer sind solche Angriffe, die teils sehr persönlich sind, ungewohnt und müssen verdaut werden.

Manche Meinungen und Aussagen, die im Wahlkampf gemacht wurden, werden jetzt nicht zu halten sein und müssen über Bord geworfen werden. Eine Mauer an der mexikanischen Grenze wird es nicht geben, zumal dies einen Sturm entfachen wird, der auch auf Europa und der übrigen Welt überschwappen könnte.

Für Europa könnte es jedoch hinsichtlich der Sicherheit eine Wende geben, was für die Regierungen teuer wird. Europa muss endlich erwachsen werden und auch die politische Sicherung mehr in die Hand nehmen als in der Vergangenheit. Aber für die Europäer ist dies auch eine Chance jetzt näher zusammenzurücken, um gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.

US-Politiker sind abgehoben und arrogant

Zum amerikanischen Politikwechsel hat auch beigetragen, dass die politische Erfahrung der Präsidentschaftskandidatin Clinton mehr geschadet als geholfen hat. Sie war für die Wähler der Inbegriff einer abgehobenen, arroganten politischen Elite aus dem Washingtoner Establishment.

Die Politiker haben die Erdung verloren, kümmern sich nicht um die einfachen Leute, wie Arbeiter und die Mittelklasse. Sie haben in den letzten acht Jahren die größten Einschnitte in ihre Haushaltskasse hingenommen und die größten Einbußen erdulden müssen.

Die Volksvertreter hatten letztlich das Vertrauen, die Glaubwürdigkeit und Empathie bei einem großen Teil der Bevölkerung verloren. Die Wähler wollten den Wechsel in der Staatsführung und einen Neubeginn, sie haben gemerkt, dass mit ehemaligen Politikern dies nicht zu machen ist.

Die Politiker in den europäischen Ländern sind jetzt gewarnt, denn in 2017 stehen tiefgreifende Parlamentswahlen an, die für manchen abgehobenen, bequemen Volksvertreter zum Waterloo werden könnten.

Der Wohlstand der USA ist auf Pump finanziert

Die Angriffe gegen China oder auch gegen Europa werden im Sand verlaufen, zumal die USA mit seinen exorbitanten Ressourcen und Chancen sowie einem gigantischem Vermögen das reichste Land der Welt ist. Der Wohlstand ist jedoch in den letzten Jahrzehnten durch einen abenteuerlich angehäuften Schuldenberg finanziert worden.

Mit dem Segen der amerikanischen Nationalbank (Fed), die bekanntlich mit allen Mitteln die Wirtschaft unterstützt, hat sie Staatsanleihen im großen Stil herausgegeben. Diese Papiere werden von anderen Ländern als Reservewährung in ihren Tresoren gehortet.

Die größte Volkswirtschaft der Welt ist daher weitgehend seit Jahrzehnten auf Pump finanziert. Die ausgegebenen Papiere belaufen sich inzwischen auf über 15 Billionen US-Dollar. Bisher waren China und Japan die größten Zeichner dieser Finanzierungstitel, um die eigene Währung zu schützen.

Obwohl die Regierung im Reich der Mitte in diesem Jahr massiv Staatspapiere verkauft hat, ist die amerikanische Wirtschaft nicht dramatisch eingebrochen. Mit der gewonnenen Liquidität wird die eigene Wirtschaft in Peking angekurbelt. Die neue amerikanische Regierung wird sich daher mit den asiatischen Staaten nicht anlegen, denn dies könnte ein wirtschaftliches Desaster bewirken.