Niedrigzinsen bringen Banken ins Schwitzen

Vom 12.09.2016

Gleichzeitig freuen sich besonders die Häuslebauer, da die Zinsen für ihre vier Wände derzeit mit nur einem geringen Prozentsatz belastet werden.

Erst kürzlich ist bekannt geworden, dass Deutsche Bank und Commerzbank über einen möglichen Zusammenschluss sprechen. (Foto: Picture Alliance)

Erst kürzlich ist bekannt geworden, dass Deutsche Bank und Commerzbank über einen möglichen Zusammenschluss sprechen. (Foto: Picture Alliance)

 

Die EZB wird die Zinsen auch künftig auf dem bisherigen Niveau belassen, da die von ihr gewünschte Inflation im Euroraum bisher noch nicht eingetreten ist. Auch die Unternehmen profitieren in einem erheblichen Maß davon, da sie für dringende Investitionen mit minimalen Zinsen rechnen können.

Dies bringt die Wirtschaft im Euroraum auch weiterhin zum Brummen. Die Exportwirtschaft in Deutschland eilt von einem Höhepunkt zum anderen. Die Produkte aus „Made in Germany” sind in aller Welt gefragt und der Arbeitsmarkt sucht dringend weitere Facharbeiter.

Der Leitzins liegt in der Eurozone bei null Prozent, in der Schweiz sogar bei minus 0,75 Prozent. Dort bekommt man praktisch bei einer Kreditaufnahme noch Geld heraus. Dieser Mix von einer prosperierenden Wirtschaft in der Bundesrepublik und andererseits der niedrigen Zinsen bringt etliche Banker ins Schwitzen, da viele Kreditinstitute nur noch katastrophale Bilanzen vorlegen müssen.

Dazu kommt die Entlassung von Mitarbeitern und außerdem zu Filialschließungen. Für die verwöhnten Angestellten und die Spesenritter ist dies keine leichte Kost. Einige der Geldhäuser sind inzwischen von der Bildfläche verschwunden, da der gewaltige Kostendruck sie dazu bezwungen hat.

Einige Institute überlegen daher sich zusammenzuschließen. Aber bekanntlich kann aus einer Fusion von zwei kranken Banken noch lange kein gesundes Institut herauskommen. Die bisherigen, alt einträglichen Geschäftsmodelle müssen komplett überdacht werden, da auch viele jüngere Kunden fast nur noch über Online-Banking ihre Geschäfte von zu Hause abwickeln.

Die Schweiz ist zum Saubermann geworden

Die Schweiz ist besonders hart von dem Niedrigzins betroffen, da auch die Provisionen für Anlageprodukte erheblich zurückgehen. Auch die schweizerische Nationalbank hält die Hände auf, denn sie nimmt den Banken für angelegte Gelder Strafzinsen ab. Im vergangenen Jahr waren dies ein dreistelliger Millionen Franken-Betrag.

Waren doch die Finanzkathedralen der heilige Gral für die Eidgenossen sowie die Cash-Maschinen für Erfolg und Wohlstand. Inzwischen ist die pure Ernüchterung eingetreten, zumal das Bankgeheimnis so löchrig geworden ist, wie ein Schweizer Käse. Banken müssen auf Anforderung der Behörden, Auskunft über den Kontoinhaber mitteilen, was dazu führt, dass viele Anleger einen großen Bogen um die Schweiz machen.

Datenaustausch zwingt die Karten aufzudecken

Der Datenaustausch zwischen den europäischen Ländern hat die Kunden gezwungen, ihre Karten aufzudecken und eventuelle Zinsversäumnisse an die jeweiligen Finanzbehörden nachträglich zu entrichten. Früher waren die Wealth Manager auf den hochkarätigen Events anzutreffen, denn dort fanden sie auch ihre zukünftigen Kunden, die gerne ihnen ihr unversteuertes Geld ihnen anvertrauten.

Mit prall gefüllten Geldkoffern reisten sie dann mit dem Schwarzgeld in die Bahnhofstraße nach Zürich und wurden von ihren Arbeitgebern mit Bonis fürstlich entlohnt. Anleger aus dem Ausland müssen inzwischen akribisch nachweisen können, woher größere Geldsummen ursprünglich kommen. Den Geldwäschern ist dadurch der Boden unter den Füßen weggezogen worden.

Die Schweiz ist damit zum Saubermann unter den europäischen Banken mutiert, mit dem Nachteil, dass sich für das Geld andere Kanäle bis nach Asien aufgetan haben.

 

Lesen Sie mehr über den geplanten Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank.