Robotik hält Einzug in die Fertigungsindustrie

Vom 01.11.2016

Gewerkschaften sind alarmiert wegen zunehmender Robotik in den Fabrikhallen. Ein Hoffnungsschimmer für den Mittelstand sind die Cobots.

Der Mensch kontrolliert, der Roboter führt aus. (Foto: Getty Images)

Der Mensch kontrolliert, der Roboter führt aus. (Foto: Getty Images)

Die Automation und Robotik hält immer mehr Einzug in die Fertigungsindustrie, da sie sich immer schneller weiterentwickelt. In den westlichen Fabriken werden derzeit über zehn Prozent der Produktion von Robotern gefertigt. Durch die Effizienz- und Leistungssteigerungen in den Unternehmen sowie ein Ansteigen der Löhne könnte jetzt eine Wende in Unternehmen erreicht werden.

Roboter werden nicht krank und streiken nicht. Die Gewerkschaften sind alarmiert, denn diese Erkenntnis ist ihnen schon lange ein Dorn im Auge. Sie befürchten den Aderlass von Arbeitern und Fachkräften sowie ein Kahlschlag in den Fabrikhallen. Bisher wurde die Automation hauptsächlich dort eingesetzt, wenn gesundheitliche Probleme, wie bei der Lackierung von Teilen in den Vordergrund rückten.

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China stellt Qualität in Vordergrund

Firmen können sich jedoch auf den Erfolgen von gestern nicht ausruhen, sondern müssen kontinuierlich die Unternehmensziele im Auge behalten. Die strukturellen Veränderungen in der globalen Welt lassen es nicht zu, den Anschluss zu den Wettbewerbern zu verlieren. Das Geschäftsmodell in China war vor allem darauf gegründet billige Massenware durch Menschen zu fabrizieren.

Inzwischen werden auch dort hochwertigere Produkte für die Weltmärkte hergestellt. Da die Qualität nunmehr im Vordergrund steht, will man in Zukunft vermehrt die Automation in den Werkshallen einführen. Auch der Lohnanstieg im Reich der Mitte zwingt die Pekinger Regierung jetzt den nächsten Schritt in die Qualitätsproduktion anzupacken.

Die Billigarbeiter werden jetzt durch qualifizierte Facharbeiter abgelöst. Sie werden den schmerzlichen Weg, wie auch schon in Teilen von Europa und in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA), gehen müssen. Es gibt inzwischen Fabrikhallen in denen Menschen nur noch per Computer die Produktion überwachen und die Endprodukte kontrollieren.

China will nunmehr zu den qualifizierten Global Player aufschließen und weiter mit einem starken Wachstum die Wirtschaft antreiben. Dafür investieren ober kaufen gleich ganze Firmen, die als Hidden Champions enorme Weltmarktanteile mit ihren Produkten haben. Bevorzugte Beute sind dabei Firmen in der Schweiz, Deutschland oder Frankreich. In Deutschland kauften sie ein Unternehmen, das seit Jahren zu den innovativsten Branchenführern im Bereich Robotik gehört. Für die aufsteigenden Chinesen sind das Know-how und umfassende Ingenieurwissen von exorbitanter Bedeutung.

Cobots halten Einzug in den Fabriken

Da durch die Robotik weitgehend der Mensch in den Hintergrund getreten ist, wurden daraus Lehren gezogen und den Arbeiter wieder in die Werkshallen gebracht. Besonders die kleineren und mittleren Unternehmen haben unter der zunehmenden Automatisierung schmerzliche Einbußen hinnehmen müssen. Inzwischen hat in einigen Industrieländern die Collaborative Robots die sogenannten Cobots Einzug gehalten.

Diese Maschinen sind gerade für mittelständische und kleinere Firmen eminent von Vorteil, um mit der Innovation Stand zu halten. Sie sind kleiner sowie günstiger im Einkauf und in gewisser Weise auch uneigennütziger als die Vorgängergeneration. Diese Maschinen arbeiten mit den Menschen am Arbeitsplatz zusammen und lassen zu, dass sie jederzeit eingreifen und ihre eigenen Vorstellungen bei der Produktion einbringen können.

Mittelständische Unternehmen, die häufig auch als Zulieferer für die Automobilindustrie arbeiten, können somit auf Augenhöhe mit den großen Fabriken arbeiten, neue innovative Produkte mit entwickeln und zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten.