Tesla-Aktie: Riesengeschäft oder Pleite?

Vom 07.02.2017

Es gibt wohl kaum eine Aktie am Markt, die ähnlich spaltet wie Tesla. Einige Börsenexperten sehen Tesla mittelfristig bei einem Kursziel von Null Dollar.

Das Model X ist Telas erste Elektro-Geländelimousine. (Foto: Getty Images)

Das Model X ist Telas erste Elektro-Geländelimousine. (Foto: Getty Images)

Der Schweizer Börsenexperte Marc Faber ist sich sicher, dass der Autokonzern niemals profitabel im hart umkämpften Autogeschäft mitspielen kann und dem Bankrott geweiht ist. Für andere ist diese Sorge unbegründet – die Fans sehen in Tesla eine neue Amazon, die irgendwann den Gewinnschalter umlegen wird. Grund genug, sich die Aktie aus dem Silicon Valley genauer anzusehen.

Die simple Frage ist zunächst einmal, ob Tesla überhaupt ein Geschäftsmodell aufweist. Die Börse sagt ja und bewertet den Konzern mit 40 Milliarden US-Dollar. Tesla ist jedoch ist eine Cash-Vernichtungsmaschine erster Güte, wenngleich die Autos unbestritten schick und gut daherkommen. Die lockere Geldpolitik und die Freigiebigkeit vieler Investoren macht es aber möglich, dass Elon Musk seine Marketingmaschine weiter anfeuert und – wie im Frühjahr 2016 geschehen – Short-Spekulanten brutal ausquetschten kann.

Wenn man sich aber einmal Fundamentaldaten ansieht wie die Anzahl verkaufter Autos, die Musk gerne auch mal nach unten korrigiert, oder gar „härtere“ Zahlen wie Profitabilität oder Cashflow berücksichtigt, hängt Tesla Daimler oder BMW weit hinterher.

Tesla bleibt häufig hinter der Planung zurück

Anfang Januar hat Musk Investoren mit der Ankündigung enttäuscht, dass die Auslieferungen im vierten Quartal 2016 mit lediglich 22.200 Fahrzeugen deutlich unter der Prognose von 25.000 lagen. Das hat Anleger einmal mehr daran erinnert, dass Musk in den vergangenen Jahren wiederholt vollmundige Versprechungen gemacht hat, um sie daraufhin ein ums andere Mal zu kassieren.

Etliche Investoren fragen sich, wie der Firmenlenker die Produktion bis 2018 allein für das neue Model 3 auf 500.000 Fahrzeuge steigern will, nach insgesamt 76.230 für 2016. Im Jahr 2020 soll es sogar eine Million Fahrzeuge sein, die in den Tesla-Werken vom Band rollen.

Musk schaffte es aber einmal mehr, ein Kaninchen aus dem Hut zu zaubern und so die Investoren bei der Stange zu halten. Zuletzt war es der Produktionsstart der Gigafactory in Reno, Bundesstaat Nevada. Dort arbeiten bereits mehr als 2.900 Mitarbeiter und bis zum Jahresende sollen weitere 4.000 durch die Partnerschaft mit Panasonic hinzukommen.

Damit ist Tesla beim Mitarbeiteraufbau zwei Jahre vor dem Zeitplan. Bis 2018 soll die Gigafactory, die erst zu einem Drittel fertiggestellt ist, die weltweite Produktion an Lithium-Ionen-Batterien verdoppeln.

Tesla setzt auf Massenproduktion und saubere Energie

Der Start der Massenproduktion ist von enormer Bedeutung für Tesla, werden in dem Werk nicht nur Batterien für das Model 3, sondern auch Speicherlösungen für Häuser und Stromnetzwerke gebaut. Die Produkte werden erst einmal in diese Speicherlösungen eingebaut, ehe die Produktion der Batterien für das Model 3 im zweiten Quartal 2017 beginnt.

Das Model 3 soll ab dem zweiten Halbjahr 2017 gebaut werden, ab 35.000 Dollar kosten, während die ersten Auslieferungen für Ende 2017 geplant sind. Laut Schätzungen von Experten sollen die Preise für Speicherlösungen von Tesla um bis zu 30 Prozent unter denen der Konkurrenz liegen, weshalb die Nachfrage kräftig steigen werde.

Musks Vision ist es, Tesla von einem Hersteller von Elektroautos zu einem Anbieter sauberer Energie weiterzuentwickeln. Diese enorme Wachstumsfantasie hält Investoren bei Laune und hat den Börsenwert so weit nach oben getrieben.

Da stört es Investoren nicht, dass laut den Schätzungen der Analysten 2017 ein Verlust von 480 Millionen US-Dollar anfallen dürfte, der 2018 auf rund 150 Mio. verringert werden soll. In den vergangenen Jahren haben die Analysten ihre Schätzungen wiederholt drastisch nach unten korrigieren müssen.

Hoffnung, aber auch Kritik sind bei Tesla also berechtigt. Skeptisch äußerte sich auch Bob Lutz, US-Manager und Automobilexperte, der unter anderem bei BMW, GM und Ford arbeitete und erklärt, dass die Pleite bei Tesla unvermeidlich sei. Er glaubt, dass Porsche, VW und Daimler Tesla gerade rechts und links überholen und BMW mit einem 3er-Modell als Elektroauto „weiter Nägel in den Tesla-Sarg” treiben.

Die Tatsache, dass der Konzern pro Quartal regelmäßig mehr als 400 Millionen Dollar an Kapital verbrennt, könnte Investoren in schwachen Börsenphasen erheblich stören, zumal Musk ein ums andere Mal mit den Absatzzahlen enttäuscht. Dennoch will Musk die Ausgaben 2017 kräftig steigern, nicht zuletzt um die geplante Einführung des Model 3 voranzutreiben. Mit dem Model 3 will Tesla den Massenmarkt erobern.

Auf der Produktseite können Anleger, die an die Tesla-Story glauben mit einem Capped-Bonuszertifikat (PB6R4Z) oder einem Discount-Zertifikat (CX5SC1) ordentliche Renditen einfahren und dabei etwas Risikopuffer mitnehmen. Skeptiker können mit einem Turbo-Bear gehebelt auf Kursverluste der Aktie spekulieren. Die passende WKN lautet DT6YG3.