US-Luxushersteller in Schwierigkeiten

Vom 14.02.2017

Deutsche Winzer hingegen hatten wegen des starken US-Dollars gute Absatzzahlen im vergangenen Jahr. Chinesen haben Angst um ihre Währung.

Der Chef des Edeljuweliers Tiffany ist Anfang Februar aufgrund des schlechten Geschäftsergebnisses zurückgetreten. (Foto: Getty Images)

Der Chef des Edeljuweliers Tiffany ist aufgrund des schlechten Geschäftsergebnisses gerade zurückgetreten. (Foto: Getty Images)

 

Die Vereinigten Staaten hatten in der Vergangenheit einen regen Warenaustausch mit Europa, Asien und Südamerika. Nachdem die US-Währung in den vergangenen Monaten angestiegen war, haben sich die Einfuhren zunehmend erhöht. Der aktuellen US-Regierung ist das ein Dorn im Auge und sie versucht, diese Einfuhren zu stoppen beziehungsweise durch Zölle unattraktiv zu machen.

Im vergangenen Jahr haben die europäischen Wein- und Spirituosenhersteller einen wirklichen Boom auf dem amerikanischen Markt erlebt. Nicht dass die eingeführten Weine genießbarer wären als die aus Kalifornien, der Grund war der Anstieg des US-Dollars. Die Einfuhren stiegen von 16,8 auf über 18 Milliarden US-Dollar an, gleichzeitig ging der Alkoholkauf von amerikanischen Produkten wie Whisky um über zwei Prozent zurück.

Verbraucher haben festgestellt, dass ein importierter Wein aus Deutschland gleicher Qualität um 40 Prozent günstiger ist als ein Tropfen aus Kalifornien. Deutsche Winzer hatten schon immer einen besonderen Ruf in USA und können weiter auf gute Absatzzahlen hoffen.

US-Luxushersteller in Schwierigkeiten

Die Luxushersteller in den USA haben ebenfalls enorme Schwierigkeiten, ihre Produkte in der globalen Welt zu verkaufen. So gingen die Umsätze in den vergangenen Monaten um mehr als acht Prozent zurück. Die Bilanzen für das vergangene Jahr hat es total verhagelt, da auch die Gewinne dahin geschmolzen sind.

Auch die Automobilindustrie musste enorme Blessuren hinnehmen. So sanken die Umsätze und die Gewinne im vergangenen Quartal um mehr als 68 Prozent, die Dividende für die Aktionäre hat sich teilweise halbiert. Diese ernüchternde Bilanz und die rückläufigen Zahlen haben die neue Regierung in Washington alarmiert, da sie an einer schwächeren US-Währung interessiert ist.

Die amerikanischen Hersteller hoffen darauf, dass die Bevölkerung künftig Produkte aus dem eigenen Land bevorzugen, bevor sie zu ausländischen Fabrikaten greifen. Das wäre auch ganz nach dem Wunsch des neuen Präsidenten.

Chinesen investieren in den USA

In China herrscht derzeit keine gute Stimmung was das Wirtschaftswachstum betrifft. Die Regierung versucht, mit Hilfe der Nationalbank die Wirtschaft zu unterstützen, aber bisher sind alle Hilfen verpufft. Die Währungsreserven, die in den Bunkern von Peking lagern, schmelzen dahin, da immer wieder darauf zurückgegriffen wird.

Sie sind in der Vergangenheit um 1.000 Milliarden zurückgegangen und liegen jetzt bei drei Billionen US-Dollar. Das Reich der Mitte hat hauptsächlich amerikanische Anleihen gekauft und somit auch die US-Konjunktur in den letzten Jahren weitgehend lebendig gehalten.

Das aus China abgezogene Geld wird in den USA investiert. Vornehmlich kaufen chinesische Staatsbürger Unternehmen und Wohnungen im Nordwesten, vor allem im Staat Washington auf. Einige Chinesen ziehen auch vom benachbarten Kanada ab, da die Regierung in Britisch Columbia an der Westküste die Steuern für ausländische Investitionen drastisch auf 15 Prozent erhöht hat.

Für Chinesen sind die USA ein bevorzugtes Investitionsland, somit kommen trotz der neuen Regierung viele neue wohlhabende Bewohner an die Westküste. Sie sind willkommen, da sie amerikanische Produkte kaufen oder selbst herstellen und somit am Wirtschaftswachstum der USA teilhaben.

In China geht die Befürchtung um, das der chinesische Yuan weiter gegenüber dem US Dollar an Boden verliert. Deshalb schaffen viele reiche Chinesen Geld außer Land, um es in der größten Volkswirtschaft der Welt zu investieren.