Edle Tropfen bei BASF

Vom 21.07.2016

Bernhard Wolff, Leiter des konzerneigenen Weinkellers, über exklusive Reben und den Zusammenhang zwischen Erfindergeist und Weinbergdichte in der Rhein-Neckar-Region.

Chef von 24 Mitarbeitern im BASF-Weinkeller: Bernhard Wolff. (Foto: BASF)

Chef von 24 Mitarbeitern im BASF-Weinkeller: Bernhard Wolff. (Foto: BASF)

Bernhard Wolff ist seit 2014 Leiter des BASF-Weinkellers, den das Unternehmen seit rund 115 Jahren in Ludwigshafen am Rhein unterhält. Er beliefert nicht nur Unternehmensfeiern und Geschäftskunden des Chemiekonzerns, sondern verkauft auch an Privatpersonen. 2013 lag das Handelsvolumen bei 900.000 Flaschen Wein, womit sieben Millionen Euro Jahresumsatz erzielt wurden.

Das Fachgeschäft bietet eine Auswahl von 800 Produkten, darunter 100 Weine aus der Pfalz. Wolff verkauft den Wein sowohl aus dem Geschäft in Ludwigshafen, als auch über die Webseite. Ein Angebot, das Kunden aus aller Welt wahrnehmen.

Herr Wolff, für welchen Anlass wird die Flasche Wein von 1865, dem Gründungsjahr von BASF, aufbewahrt? Und um welchen edlen Tropfen handelt es sich?

Manchmal muss man Glück haben: Das Gründungsjahr von BASF ist neben 1811 der beste Jahrgang des 19. Jahrhunderts für deutsche Weine. Deswegen bewahren wir verschiedene Weine auf, darunter eine „Deidesheimer Hohenmorgen Riesling Auslese“ (ehemals Weingut Dr. Deinhard, heute Weingut von Winning) und eine „Forster Kirchenstück Riesling Auslese“ (Reichsrat von Buhl). Solch einzigartige Weine gibt es zweifelsohne nur zu besonderen Anlässen – vielleicht machen wir die nächste Flasche erst zum 200-jährigen Jubiläum von BASF auf.

BASF unterhält seinen Weinkeller seit 115 Jahren. Welche Erfindungen würde die Unternehmensgeschichte ohne die durch ihn entstandene Inspiration missen?

Schon die Gründung des BASF Weinkellers hatte vor allem eines zum Ziel: Die Mitarbeiter mit guten Tropfen im weinbergarmen Ludwigshafen bei Laune zu halten. Diese frühe Maßnahme zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität hat sich sicherlich auch auf die eine oder andere Innovation ausgewirkt. Bezeichnend ist: Die Metropolregion Rhein-Neckar mit ihren vier Weinbaugebieten ist überaus innovationsfreudig und hat viele Nobelpreisträger hervorgebracht.

Wer ist Ihr größter Abnehmer?

Den größten Anteil am Umsatz des Weinkellers haben Privatpersonen. Der Weinkeller steht jedermann offen, jeder kann in unserem Weinfachgeschäft in Ludwigshafen oder über unseren Onlineshop Wein kaufen. Unsere kleinen Kunden sind deshalb die größten: vom Aniliner in Ludwigshafen bis zum Weinkenner in Shanghai oder Mexiko.

Bernhard Wolff führt den Weinkeller seit 2014. (Foto: BASF)
Bernhard Wolff führt den Weinkeller seit 2014. (Foto: BASF)

Welcher Wein hat sich im vergangenen Jahr besonders gut verkauft?

Unser Verkaufsschlager war der „Anniversary Riesling“ anlässlich des 150. Jubiläums von BASF, exklusiv produziert vom Weingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan. Auch der Rotwein „Spirit of 1865“ kommt bei den Kunden gut an. Die Besonderheit: Ein Teil der Trauben stammt von Reben, die im Gründungsjahr der BASF gepflanzt wurden. Das australische Weingut „Kilikanoon“ füllt den Wein exklusiv für BASF ab.

Bordeaux ist ja bekanntlich der Lieblingswein deutscher Manager, nun ist der Preis für den 2015er Jahrgang um 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und liegt teilweise bei über 360 Euro pro Flasche – müssen die Manager jetzt auf Primitivo umsteigen?

Ich glaube, auch deutsche Manager lieben die Vielfalt und sind nicht auf Bordeaux beschränkt. Es gibt viele tolle Weine, die es zu entdecken gilt – auch weit unter 360 Euro.

Was bedeutet der gestiegene Bordeaux-Preis für Sie? Kaufen Sie weniger Flaschen aus der Region oder schlagen Sie gerade zu?

In guten Jahren wie 2015 kaufen wir gern bei kleineren, aber qualitativ hochwertigen Produzenten – im Vergleich zu bekannten Weinen sind die Preise hier deutlich moderater. Die Nachfrage nach den hochrangigen Weinen ist bei uns gar nicht so groß. Und wir kaufen schließlich nicht für eine namhafte Sammlung ein, sondern richten uns bei der Auswahl nach den Wünschen unserer Kunden.

2013 lag der Umsatz Ihres Weinkellers bei rund sieben Millionen Euro, haben sie sich 2015 gesteigert?

Letztes Jahr hatten wir Großes zu feiern – 150 Jahre BASF. Da wird selbstverständlich auch gern mit Wein angestoßen. Deswegen hatte auch ich als Leiter des Weinkellers von BASF gute Laune.

Wie viel Prozent ihres Jahresumsatzes machen Sie bei der BASF-Weihnachtsfeier? Oder gibt es einen anderen Anlass, bei dem es noch besser für Sie läuft?

Wir Pfälzer sind ein lebensfrohes Volk und warten mit dem Feiern nicht bis Weihnachten. Beispielsweise ist das Kellereifest im Spätsommer immer eine schöne Gelegenheit, um gute Tropfen zu genießen. Rund 16.500 Besuchern schenken wir da an einem Wochenende mehr als 6000 Liter Wein aus.