Eine Frau bleibt eine Frau, auch im Geschäftsleben

Vom 06.01.2017

Wenn Intelligenz, Schönheit und guter Geschmack zusammenkommen, ergibt das mächtige Schlagkraft.

Auch ein Stilvorbild: US-Schauspielerin Robin Wright aus der Netflix-Serie „House of Cards“. (Foto: Getty Images)

Auch ein Stilvorbild: US-Schauspielerin Robin Wright aus der Netflix-Serie „House of Cards“. (Foto: Getty Images)

 

Frauen in der Business-Klasse haben ihre eigenen Dresscodes – leider. Das Dilemma erläuterte mir der große Schweizer Modeschöpfer Albert Kriemler („Akris“) in einem Interview: „Weibliche Führungskräfte stehen in permanenter Konkurrenz zu männlichen Kollegen, sie versuchen sie nachzuahmen oder zu übertreffen und kopieren dabei auch automatisch deren Dresscodes.“

So kommt es, dass Frauen Hosenanzüge tragen und Blazer mit akzentuierten Schultern, die eine idealtypische, maskuline V-Silhouette formen. Es ist, glaube ich, nicht sexistisch, zu behaupten, dass Männer ihre sexuellen Assets (Größe! Statur!) betonen, während Frauen sie verstecken.

Dazu kommt ein in Deutschland traditionell eher nüchternes Verhältnis zur Mode. In meiner Zeit als Chefredakteurin habe ich mich intensiv mit Kleiderregeln am Arbeitsplatz beschäftigt.

Seriosität und Zurückhaltung waren zentrale Gebote: Die Person soll wahrgenommen werden, nicht ihr Look. Es gibt wenig andersdenkende Vorbilder. Die erste Frau im Land, Kanzlerin Angela Merkel, trägt ihre bewährten Drei-Knopf-Blazer unverändert seit 1996. Interessiert das jemanden?

Neben ihr sah Trump alt aus

Auf der anderen Seite des Atlantiks ist man weiter. Im US-Wahlkampf nutzte Hillary Clinton ihre Kleidung gezielt für politische Botschaften. Modisch beraten von prominenten Schwergewichten wie „Vogue“-Chefin Anna Wintour oder Stardesigner Marc Jacobs, wurde Clintons Wahlkampf-Garderobe feminin zugespitzt.

Ihre ehedem knallfarbenen Anzüge wichen schicken Kombinationen aus Hosen und Kurzmänteln, oft aus außergewöhnlichen Stoffen wie Tweed. Neben ihr sah Trump nur noch alt aus.

Gefeiert wurde Clintons weißer Komplett-Look bei ihrer Parteitagsrede am 28. Juli. Weißer Hosenanzug fürs Weiße Haus. Dress for the job you want, not for the job you’ve got, heißt es so passend.

Laura Wasser, die gefürchtetste Scheidungsanwältin Amerikas und zurzeit weltweit in den Schlagzeilen mit ihrer Mandantin Angelina Jolie, ist ein Superstar – sowohl vor Gericht als auch auf dem roten Teppich. Ihre legendär kurvenbetonten Kleider von Luxus-Designern wie Dolce & Gabbana sind rasiermesserscharf wie ihre Plädoyers und mehren ihren Ruhm erst recht.

Diese Kolumne stammt aus der November-Ausgabe der BILANZ.