Wie geht’s eigentlich Hilmar Kopper?

Vom 11.12.2016

Der ehemalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank und Ex-Daimler-Vorstand fährt heute auch noch am liebsten S-Klasse. Geld verdient er aber keins mehr.

Hilmar Kopper, ehemaliger Vorstandssprecher der Deutschen Bank. (Foto: Bernd Hartung)

Hilmar Kopper, ehemaliger Vorstandssprecher der Deutschen Bank. (Foto: Bernd Hartung)

 

Wenn Hilmar Kopper (81) aus der Stube seines 320 Jahre alten, denkmalgeschützten Fachwerkhauses schaut, dann sieht er „bis zum Horizont kein menschliches Bauwerk, nur Wald und Wiesen – wunderschön“. Und wenn er Glück hat, schaut ein Hase zu ihm hinein oder ein Falke lässt sich auf einem seiner Terrassenstühle nieder: „Die Tiere kommen hier bis an meine Tür.“ Seit 15 Jahren wohnt der frühere Deutsche-Bank-Chef (1989 – 1997) mit seiner Frau, der Willy-Brandt-Witwe Brigitte Seebacher, in diesem Haus im Westerwald bei Montabaur.

Die Lage sei ideal: Mit seiner S-Klasse („Wenn man 17 Jahre lang Daimler-Aufsichtsrat war, fährt man nichts anderes mehr“) gleitet er in einer Stunde sowohl nach Frankfurt als auch nach Köln. In beiden Städten besucht das Ehepaar gern Oper oder Museen; in Frankfurt besitzt Kopper auch noch ein Büro. Zweimal die Woche fährt er dorthin, „aber ich will nicht so tun, als würden da Berge von Papier auf meinem Schreibtisch liegen“.

Genug gearbeitet hat Kopper freilich: Neben seinem Deutsche-Bank-Engagement (nach seiner Ablösung 1997 durch Rolf E. Breuer leitete er bis 2002 den Aufsichtsrat) kam er addiert auf mehr als 60 Mandate in Kontrollgremien, zuletzt gab er Anfang 2013 die Oberaufsicht bei der HSH Nordbank ab. Heute arbeite er nur noch ehrenamtlich. Geld zu verdienen „gehört sich für mein Alter nicht“.

Kopper fördert und berät in Frankfurt gleich drei Kultureinrichtungen: das Städel, das Karikatur- sowie das Historische Museum; ferner unterstützt er die Kronberg-Academy, eine Ausbildungsstätte für Bratschisten und Violisten.

„Ich genieße es am meisten, das zu tun und zu sagen, was ich möchte. Das ist die größte Erleichterung.“ Zu Deutsche-Bank-Zeiten wurde Kopper seine Unbekümmertheit zum Verhängnis, als er jene 50 Millionen Mark Schulden des Baulöwen Jürgen Schneider als „Peanuts“ bezeichnete; der Begriff wurde 1994 zum Unwort des Jahres gewählt. Ärgert ihn das noch? „Ach, Sie wollen ja nicht wissen, wie viele Manschettenknöpfe in Erdnussform ich zugesandt bekommen habe.“

Kopper (l.) mit Helmut Kohl. (Foto: Ullstein, privat)

Hilmar Kopper (l.) mit Helmut Kohl. (Foto: Ullstein, privat)

 

HILMAR KOPPER

  • *13. März 1935 in Westpreußen
  • 1954 Abitur in Köln
  • Lehre bei der Deutschen Bank
  • 1977 Berufung in den Vorstand
  • 1989 – 1997 Vorstandssprecher der Deutschen Bank (Foto: 1996 mit Helmut Kohl, Jürgen Sarrazin (r.))
  • Mehr als 60 Aufsichtsratsmandate