Gierige Manager plündern Pensionskassen

Vom 09.01.2017

Abgezockte Manager ruinieren die Pensionskassen und schaden somit dem Ansehen des Unternehmens. Aktionäre fühlen sich um ihre Dividende betrogen.

Ex-Wirtschaftsbosse verdienen oft jährlich noch über eine Million Euro als Rente. (Foto: Getty Images)

Ex-Wirtschaftsbosse verdienen oft jährlich noch über eine Million Euro als Rente. (Foto: Getty Images)

Unternehmen vereinbaren oft mit Mitarbeitern Pensionszusagen zu ihren Sozialrenten. Steigt ein Mitarbeiter auf, dann erhöhen sich auch seine Ansprüche, wenn er ins Rentenalter erreicht.

Bei Managern werden in den Angestelltenverträgen oft sehr hohe Summen vereinbart, um ihn an das Unternehmen zu binden. Solche Bosse kann man nicht mit kleinen Beträgen an der Leine führen. Bei Automobilkonzernen und Banken ist es in der Vergangenheit immer zu Exzessen gekommen.

So ist es kaum vermittelbar, dass ehemalige Wirtschaftslenker im Ruhestand jährlich noch über eine Million Euro als Rente erhalten. Mit solchen maßlosen Beträgen plündern gierige Manager die Pensionskasse des Unternehmens.

Da dies kein Einzelfall in Unternehmen ist, müssen Mitarbeiter in den Fabrikhallen solche Beträge mitverdienen. In manchen Geschäftsbilanzen sind bei Aktiengesellschaften (AG) die Pensionsrückstellungen zu hohen zweistelligen Milliardenbeträge angewachsen.

Darüber hinaus finanziert der Kunde durch das gekaufte Produkt die Rente mit. Die Hemmungslosigkeit solcher Manager schadet dem Ansehen des Unternehmens, denn solange es den Unternehmen gut geht, kommen solche Maßlosigkeiten nicht ans Tageslicht.

Durch die Abgasskandale und Bankenkrisen werden diese Themen jetzt auf die Tagesordnung gesetzt. In den kommenden Wochen beginnen die Hauptversammlungen der AG, dabei müssen die Aufsichtsräte auch zu diesen Fragen Antworten finden. Kleinaktionäre fühlen sich oft in solchen Veranstaltungen betrogen, da sie mit ihren wenigen Stimmen kaum etwas ausrichten können.

Ihre Appelle und quälende Anfragen werden von dem Management Gremium oft nur beckmesserisch und lästig empfunden.

Gewerkschafter sind Teil des Systems

Kritisch wird es erst, wenn große internationale Fonds sich mit den Themen des Unternehmens beschäftigen. Aber dazu zählen in der Regel keine exzessiven Zahlungen an Pensionen. Fondsmanager gehören auch zu dieser besserverdienenden Clique und kümmern sich nicht um solche trivialen Belange.

Es bleibt somit ein Ärgernis der Kleinaktionäre und in der breiten Bevölkerung. Aber auch die Masse kann dazu keinen Beitrag leisten, denn sie selbst sind nicht betroffen, da sie keine Aktien von solchen Gesellschaften halten. Aufsichtsräte sind Strippenzieher, die solche Verträge mit den Managern abstecken und abgesegnet haben.

Sie selbst waren früher auch Manager oft in demselben Unternehmen, sitzen jetzt auf der anderen Seite des Tisches und gehören zur Machtelite des Unternehmens. Daher wird es keine Veränderung der Bezüge geben, da sie selbst Teil des Systems sind und somit bleibt alles in der Familie.

Auch die Arbeitnehmervertreter in den Räten halten sich bedeckt. Sie sind selbst Profiteure, dieser feinen Gesellschaft sind und treten sich nicht gegen das Schienbein. Gewerkschafter benötigen wieder die Kollegen der Kapitaleigner im Aufsichtsrat, wenn es um ihre eigenen Belange geht.

Aufsichtsräte sind die Regisseure der Wirtschaft

Aufsichtsräte gehören zum Machtzentrum eines Unternehmens, sie sind die Architekten und Regisseure der Wirtschaft, sie dirigieren mit ihren Entscheidungen und Strategien, wie ein Maestro, jedoch ohne Taktstock, ganze Wirtschaftszweige.

Ein Mandat als Aufsichtsrat ist für die meisten Wirtschaftspäpste ein Ritterschlag erster Klasse insbesondere bei Unternehmen, die im Deutschen Aktienindex (DAX) vertreten sind. Darüber hinaus werden die Mandate eines Aufsichtsrats nicht nach Können und Erfahrung vergeben, sondern wie Adelstitel vererbt.

Der Zutritt zu diesem Orden bleibt manchem Manager ein Leben lang verwehrt.